Udo Lindenberg stellt sich in "Schwachmaten-Welt" die Frage: "Müssen wir umdenken?"

Der Alt-Rocker aus Hamburg äußert in Anbetracht der aktuellen Weltlage grundlegende Zweifel an seiner bisherigen Grundhaltung.

Udo Lindenberg, Krieg, Frieden, Aufrüstung, Pazifismus, Deutschland, Europa, USA, Russland, Ukraine
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Die große Sorge in Deutschland und Europa ist, dass US-Präsident Donald Trump, der eventuell eine dritte Amtszeit anstrebt, Soldaten abziehen könnte. Dies würde bedeuten, dass der Kontinent im Falle eines Angriffs Russlands auf das Baltikum oder Polen im Stich gelassen wird. Die Frage lautet nach einem Bericht der Berliner Morgenpost: Kann sich Europa dann selbst verteidigen? Und genau diese Gedanken macht sich auch der im Hotel Atlantic lebende Alt-Rocker Udo Lindenberg – der als Pazifist bekannt geworden ist.

Udo Lindenberg ist eigentlich Pazifist

Das Thema Krieg und Frieden ist also nicht neu im Gedankengut von Lindenberg. Bereits vor 40 Jahren hat er laut RND das Lied "Wozu sind Kriege da" gesungen. Seine früheren Auftritte in der DDR sind legendär und sein Kampf für mehr Pazifismus in der Welt im ganzen Land bekannt. Die neue Weltlage lässt ihn anscheinend schlecht schlafen.

Udo Lindenberg und Aufrüstung passen irgendwie nicht zusammen – und doch macht er sich genau darum Sorgen. Laut Stern sagt er, dass man in den 1980er-Jahren zur Demo gegangen sei "gegen die ganzen Scheißraketen". Doch der 78-Jährige fragt sich, ob man seine Meinung angesichts der neuen Lage nicht ändern solle. Stern zitiert in mit diesen ungewohnten Worten:

In dieser verirrten Schwachmaten-Welt stellt man sich plötzlich die bange Frage: Müssen wir umdenken? Brauchen wir jetzt doch’n starkes Militär? [...] wie wir unsere freie Welt noch retten können und ob Worte und Songs und Kunst und Demos dafür ausreichen, oder ob wir uns tatsächlich auch militärisch wappnen müssten, tut meiner Pazifistenseele sehr weh und lässt mich manchmal gar nicht schlafen.

Muss man umdenken?

Udo Lindenberg, der auch künstlerisch aktiv ist, stellt sich und seinen Fans die Frage, ob man seine pazifistische Grundhaltung womöglich doch besser aufgeben sollte im Angesicht des Krieges in der Ukraine oder Donald Trump in den USA. Im Interview mit Stern beantwortet er sie sich jedoch auch selbst – und er verneint schlussendlich:

Wir dürfen doch die nächste Generation nicht hängen lassen. Wir dürfen uns nie daran gewöhnen, dass die Welt mal wieder regiert wird von Schizomaten. [...] Irgendwann kommen auch wieder neue Leute mit unseren Idealen und Visionen für die bessere und fairere Welt von morgen.

Der Verein Ohne Rüstung Leben e. V. schreibt auf seiner Website dazu, dass die Schaffung von Frieden direkt mit einer nachhaltigen Entwicklung zusammenhänge:

Ohne Rüstung Leben fordert eine zukunftsweisende Politik, die anerkennt, dass nachhaltige soziale, ökologische und wirtschaftliche Entwicklung und Frieden untrennbar verbunden sind.

Vielleicht setzt Udo Lindenberg seine Hoffnung auf eine friedlichere Welt in der Zukunft darauf, dass die Menschen in der Welt dies verstehen und irgendwann einmal beherzigen.

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Verwendete Quellen:

t-online: Udo Lindenberg warnt vor "Horrorszenario"
Ohne Rüstung Leben: Wie Frieden und nachhaltige Entwicklung zusammenhängen
RND: „Schwachmaten-Welt“ tut Udo Lindenbergs Pazifistenseele weh
Berliner Morgenpost: Verteidigen ohne USA: So muss Deutschland gegen Putin aufrüsten

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